Gutachten & Methodik
Der Gutachtenstil: Obersatz, Definition, Subsumtion und Ergebnis
Der Gutachtenstil macht einen rechtlichen Gedankengang überprüfbar. Seine vier Schritte geben der Fallbearbeitung eine klare, wiederholbare Form.
Die Funktion des Gutachtenstils
Juristische Prüfungen verlangen mehr als ein richtiges Endergebnis. Entscheidend ist, ob der Lösungsweg methodisch nachvollziehbar ist. Der Gutachtenstil legt offen, welche Frage geprüft, welcher Maßstab verwendet und wie der Sachverhalt darunter eingeordnet wird. Der Gutachtenstil hilft dir, deine Entscheidung schlüssig und nachvollziehbar zu begründen.
Die vier Arbeitsschritte
- Obersatz: Mit deinem Obersatz läutest du eine bestimmte Rechtsfrage ein, z.B für ein zu prüfendes Tatbestandsmerkmal.
- Definition: Hier definierst du konkret das jeweilige Tatbestandsmerkmal. Dabei sind Präzision und die genaue Wiedergabe wichtig.
- Subsumtion: Der mitunter wichtigste Schritt neben der Definition. Du wendest die Definition auf den vorliegenden Sachverhalt hat.
- Ergebnis: Es beantwortet die im Obersatz gestellte Frage knapp und eindeutig. Du stellst in deinem Fazit fest, ob das Tatbestandsmerkmal oder die Tatbestandsvoraussetzung erfüllt ist.
Typische Fehler
Häufig bleiben Obersätze zu allgemein, Definitionen werden ohne Bezug zum Problem auswendig wiedergegeben oder die Subsumtion besteht nur aus einer Behauptung. Auch ein Ergebnis, das nicht zur vorangegangenen Prüfung passt, schwächt die Lösung. Am meisten ist jedoch festzustellen, dass der vierteilige Aufbau nicht stringent in dem Rechtsgutachten eingehalten wird. So werden oft wichtige Punkte in der Klausur liegen gelassen.
Das Rechtsgutachten richtig formuliert
Wie du dein Rechtsgutachten strukturiert und verständlich auf das Papier bringst, zeigen wir dir in unserer Schreibwerkstatt. In den Vorbereitungskursen der Rechtsfächer schreibst du regelmäßig Rechtsgutachten und partizipierst am Austausch mit anderen.